DER HORT UNSERER BESTIMMUNG


Wir bewegen uns an den Hort unserer Bestimmung. Jeden Tag bewegen wir uns an den Hort unserer Bestimmung. Wir bewegen uns heute dorthin so wie wir uns gestern und vorgestern und vorvorgestern hinbewegt haben, so wie wir uns morgen, übermorgen und überübermorgen dorthin bewegen werden an einer unendlichen Kette von Tagen bis an den jüngsten Tag....



BIS ZUM LETZTEN ATEMZUG?


Alle kennen sie, keiner will sie. Manche umfängt sie ein Leben lang.


Du hast sie, du kennst sie, du hast sie und du kennst sie seit ewigen Zeiten, vielleicht seit du denken kannst, vielleicht aber auch noch länger, vielleicht seit Zeiten, da du noch im Uterus schwammst oder noch länger davor – wer weiß, und da ist sie wieder...



FREIHEIT, VIOLETT


...außerdem war dann auch dieser wunderbare Sommer gewesen, in dem er erstens mit dem „L“ auf dem Wagen seines Schwagers den Führerschein gemacht und zweitens bei einem Nachtfest am Schwarzen See eine Carolyne kennengelernt hatte. Die war blond, kam aus Amerika, und wenn sie schwarzes Lederzeug gehabt hätte, hätte sie ausgesehen wie Tina Weymouth von den Talking Heads, aber sie sah auch so ziemlich gut aus und fühlte sich fein an, und er fühlte sich auch fein, mindestens so wie in den Tagen, als er mit seiner selbstfrisierten Zündapp die Landstraßen entlanggerast war, und als der Sommer vorbei und Carolyne wieder in San Francisco war, hatte er das Gefühl, als stünde ihm die ganze Welt offen, und er fragte sich, warum er seine Zeit im Dorf verplemperte und nicht sonstwohin ging, zumindest in die Hauptstadt mehr

 

 

HEMMUNGSLOS PROMISKUITIV, RABIAT UND UNBERECHENBAR

 

Ein Essay

 

 „Wer in Gugging war, braucht keine Feinde mehr“. Das Wort eines bekannten österreichischen Sozialpsychiaters gilt noch immer – oder soll man sagen immer mehr? Von einem Rückgang der Stigmatisierung Psychiatriebetroffener kann jedenfalls nicht die Rede sein. Nein, die dummen Gerüchte, die platten Witze, die rassistischen Diskriminierungen und Pauschalverurteilungen sind scheinbar unausrottbar. Denn psychisch Kranke sind nicht nur einem bestimmten Gesellschaftsklientel, sondern vielmehr der gesamten Gesellschaft suspekt. Sind es und bleiben es. Punktum... mehr

 

 

KLEINE WELT

 

Eine literarische Betrachtung über Demenz

 

Eins:

Alles in Ordnung, oder?

 

Er suchte sie. Wie er jeden Tag mehrmals etwas suchte, etwas ganz Alltägliches, etwas, das er immer brauchte oder gerade jetzt brauchte oder gerade jetzt haben wollte, gerade weil er es nicht fand. Eine Geldtasche, einen Pass, einen Schlüssel, die Brille hatte er sich längst schon an einer Schnur um den Hals gehängt, weil er sie täglich, stündlich, minütlich verlegte. Das passiert vielen, dachte er immer, und Leute mit einer Brille um den Hals gab es zu Millionen, das hatte nichts zu bedeuten..mehr

 

 

NARREN DER GESELLSCHAFT?

 

Ein Essay

 

Sie boomen noch immer: Die Ausstellungen psychisch kranker Künstler, die Buchpräsentationen „wahnsinniger“ Schriftsteller, die mehr oder weniger kleinen und großen Präsentationen der Werke, die Menschen mit Depressionen, Zwangszuständen, schizophrenen und manischen Psychosen während ihrer Krankenhausaufenthalte geschaffen haben... mehr 

 

 

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Because my dreams

are made of iron and steel

with a big bouquet of roses

hangin´down

from the heavens

to the ground

 

B. Dylan